Dein Trinkbecher im Kuriniuki-Verfahren
Das Unterrichtsvorhaben «Trinkbecher / Kurinuki» lädt dazu ein, Ton auf ungewohnte Weise zu entdecken. Kurinuki ist eine traditionelle japanische Töpfertechnik, bei der ein Gefäss nicht aufgebaut, sondern aus einem massiven Tonblock herausgeschnitzt und ausgehöhlt wird – ein subtraktives Verfahren, das Raum für intuitive, organische Formen lässt.
Ausgehend von einem kompakten, leicht angetrockneten Tonblock entsteht durch Abtragen und Aushöhlen nach und nach ein Trinkbecher. Der Begriff «Kurinuki» bedeutet «aushöhlen» und wird in Japan traditionell für Teeschalen der Teezeremonie verwendet. Die Technik ist zeitlich etwas intensiver, aber gerade darin liegt ihr Reiz: Die definitive Form entwickelt sich im Prozess, jedes Stück wird zum Unikat.
Unregelmässigkeiten sind dabei kein Fehler, sondern Teil der Gestaltung – ganz im Sinne der Wabi-Sabi-Ästhetik, die das Unvollkommene und Individuelle schätzt. So entstehen Trinkbecher mit eigenem Charakter, die nicht nur in der Hand liegen, sondern auch eine kleine Geschichte erzählen.
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